Adieu sagen wir Eißlers

von T. Eißler




Mundelsheimer Pfarrer bleiben etwa 35 Jahre in Mundelsheim. Eben ihre ganze Dienstzeit. So war es im 20. Jahrhundert die Regel.
So langsam kann ich meine AmtsVorgänger verstehen. Ich kann sie immer besser verstehen. Es gibt viele Gründe, in Mundelsheim zu bleiben. Welcher Ort hat schon solch eine Kulisse wie den Käsberg zu bieten? Wo gibt es gleich zwei Kirchengebäude, das kleine Schmuckkästlein und den hellen, technisch bestens gerüsteten Raum der Nikolauskirche? Wer wüsste nicht, dass sich nicht überall eine so zahlreiche, hörbereite Gemeinde zum Gottesdienst einfindet?
Mundelsheim ist uns Eißlers ans Herz gewachsen. In verschiedenster Hinsicht. Aber nun hat  mich eine Anfrage für eine neue Aufgabe erreicht. Die Anfrage wurde gut begründet und sehr beharrlich vorgetragen. Nach einer Zeit des Prüfens und Überlegens habe ich zugesagt. Deshalb kommt es nun zum Wechsel im Mundelsheimer Pfarramt. Nach einer Dienstzeit von genau 10 Jahren, was im Pfarrdienst ein übliches Maß darstellt.
Für uns Eißlers bedeutet das: Abschied nehmen von Mundelsheim. Das fällt uns nicht leicht. Nicht nur wegen des großen Pfarrgartens, der für die Kinder viel Raum zum Spielen, Springen und Lachen bot. Der Abschied fällt uns schwer we-gen vieler gewachsener Beziehungen zu wertvollen Menschen. Und wegen der Verbundenheit mit einem lebendigen Gemeindeleben.
Wenn wir uns im Familienkreis überlegen, woran wir uns besonders gerne erinnern, dann fällt dem 6jährigen Reinhard der Kindergarten ein (ein Lob für alle Erzieherinnen!). Dazu alle Freunde, die mit ihm kicken. Der 8jährige Stefan denkt an das Mundelsheimer Freibad. Das wird auch die 11jährige Friederike nicht vergessen, ebenso wenig wie ihre Jung-schar und ihre Freundinnen. Dem 13-jährigen Pascal gefiel der Jugendkreis sehr gut. Außerdem findet er die Landschaft einmalig. Ob sich Dominik, 2 Jahre alt, später an die Spaziergänge am Neckar erinnern kann?
Wir „Großen“ werden gerne zurückdenken: z.B. ans Bibelcafe für Frauen, an den Religionsunterricht für Erwachsene, an Zehn-Dreißig-Gottesdienste, an Jugendgottesdienste, an ProChrist-Wochen und das ProChrist-Seminar. Vor allem an viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von der Sekretärin über das Kindergottesdienst-Team bis zum Kirchengemeinderat, die tatkräftig mitgeholfen und viele Projekte möglich gemacht haben. Ihnen sei an dieser Stelle ein ganz großes, warmes Dankeschön gesagt.
Doch nun heißt es auch für die Gemeinde: Abschied nehmen vom gewohnten Pfarrer und seiner Familie. Für manchen wird das mit einer gewissen Traurigkeit und Sorge verbunden sein, wie das immer der Fall ist, nachdem Menschen eine Wegstrecke gemeinsam zurückgelegt haben. Hilfestellung bietet ein Blick auf Apostelgeschichte 20,17-38, wo der Abschied des Paulus von den Gemeindeleitern von Ephesus geschildert wird. Der Apostel sagt: „Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und euch das Erbe zu geben mit allen, die geheiligt sind.“
Die Wege trennen sich. Paulus ist Richtung Rom unterwegs. Er verweist auf den gegenwärtigen Gott, der eben nicht abreist oder umzieht. Jesus Christus, der den rettenden Glauben schafft und erhält, bleibt da. Mitten unter seiner Gemeinde.
Angesichts der Gegenwart des Herrn muss auch heute jede Traurigkeit oder Sorge zurücktreten. Der Hirte der Gemeinde weiß, was er tut. Im „Wort seiner Gnade“ liegt eine Energie, die in der Gemeinde für Zusammenhalt und Durchblick sorgt, für wachsenden Glauben und missionarische Ausstrahlung, für Treue zum Evangelium und Bewahrung bis zum ewigen Ziel.
So soll es sein in Mundelsheim. Viel Gottvertrauen, viel Freude, viel Unterscheidungsfähigkeit, viel Segen Ihnen allen!
Wir Eißlers sagen: „Adieu – Gott befohlen!“
 

Wenn Sie mehr über die neue Wirkungsstätte erfahren wollen, informieren Sie sich unter www.hensoltshoehe.de

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