"Jetzt wellet mr halt nach Nerdlenge fahra!"
Unter diesem Motto eines alten Kinderspielliedes führte der schon traditionelle Ausflug des Beerdigungschores, früherer Sängerinnen und Interessierter am 7.August ins "Ausland" nach bayrisch Schwaben, ins Zentrum des Rieses, nach Nördlingen.
Es berichtet Brigitte Jungmann

Von weitem schon grüßte uns Daniel, der wie ein Zeigefinger in die Höhe zeigende Kirchturm der mittelalterlichen Stadt. Er steht inmitten eines wohlerhaltenen begehbaren Mauerrings und man fühlt sich beim Durchschreiten eines Stadttores um viele Jahrhunderte zurückversetzt. Wir wurden von zwei in mittelalterliche Gewänder gekleideten Stadtführern erwartet, die uns mit zahlreichen interessanten Winkeln des heimeligen Städtchens vertraut machten. Uns beeindruckten die vielen gut erhaltenen oder fachkundig wieder hergerichteten Fachwerkhäuser, die immer neuen Ausblicke in winkelige, enge Gässchen und das früher gar nicht so romantische Gerberviertel mit den vielen kleinen Brücken über die Eger.
Nach einer Mittagspause mit regionalen Schmankerln begaben wir uns zu unserem Bus. Noch einmal konnten wir die gewaltigen Tore der früher sehr wohlhabenden Stadt an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen bewundern.
Nach wenigen Kilometern waren wir zurück in Baden-Württemberg. Der Ipf und die Kapfenburg begrüßten uns, und dank einer Sondergenehmigung durften wir mit dem Bus bis auf den Gipfel der Anhöhe von Schloss Baldern fahren.

Eine Führung dort machte uns den wahrlich nicht einfachen Alltag der Küchenbediensteten damals anschaulich: ein leeres Tablett bereitete uns mit zwei Händen schon Schwierigkeiten. Wie war es dann wohl mit zwei vollen Tabletts? Wir bewunderten die fürstlich eingerichteten Räumlichkeiten der Herrschaften und staunten über die wunderschönen Stuckdecken.
Nach so vielen neuen Eindrücken hatten wir uns die Kaffee- und/oder Eispause im alten Marstall redlich.

Durchs malerische Kochertal brachte uns der Bus ins heimatliche Mundelsheim zurück.

Es tut jedes Jahr gut, diesen Tag in fröhlicher Gesellschaft zu erleben, bietet er doch einen wohltuenden Ausgleich für den nicht immer ganz leichten Dienst in der Kilianskirche.
 



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