Familienandacht leicht gemacht
von Annemarie Pfeifer, Lehrerin, Erziehungsberaterin, Seminarreferentin aus Basel
(Nachdruck aus KEB aktuell mit freundlicher Genehmigung)
Viele Eltern möchten die Kinder aktiv im Glauben unterstützen. Doch eine Umfrage unter christlichen Eltern ergab, dass nur 5 Prozent in der Familie regelmäßig Gottes Wort weitergeben. Dabei braucht es dazu nur etwas Phantasie, Liebe und Ausdauer.
Feste Gewohnheiten oder auch vertraute Bräuche können zum ruhenden Pol in der Familie werden. Besonders kleine Kinder empfinden dabei viel Sicherheit.
Kinder lieben es, wenn etwas voraussehbar und berechenbar ist. Wenn eine Andacht nach einem bestimmten Schema und zu einem festgesetzten Zeitpunkt gehalten wird, wissen alle Beteiligten, woran sie sind.
Tipps für eine erfolgreiche Familienandacht:
1. Dem Alter anpassen
Vorschulkinder lieben Geschichten und haben immer wieder Spaß an derselben Story. Da ist die Vermittlung von Gottes Wort besonders leicht. Benützen Sie dabei Bilderbücher und Kinderbibeln.
Schulkinder interessieren sich für spannende christliche Abenteuerbücher. Sie lernen dabei, dass Christsein etwas Attraktives und Spannendes ist. Als Ergänzung dazu könnte man einen passenden Vers aus der Bibel miteinander auswendig lernen.
Nun sind sie auch reif, um selber mit Ihrer Hilfe die Bibel zu studieren.
Der Bibellesebund hat hervorragende Literatur zur Einführung ins Bibelstudium herausgebracht.
Teenager wünschen oft ein privates Glaubensleben, was man respektieren muss.
Doch auch in dieser manchmal schwierigen Phase kann man winzige Rationen von Gottes Wort weitergeben, indem man einfach die Losungen vorliest und vertraut, dass sie eine Wirkung entfalten werden.
2. Gutes Arbeitsmaterial kaufen
Auf dem Büchermarkt finden Sie viele Andachtsbücher für verschiedene Altersgruppen.
Diese sind oft thematisch aufgebaut und helfen so, ein Thema gründlich zu bearbeiten. Außerdem bringen sie immer wieder Abwechslung in die tägliche Routine.
3. Abwechslung planen
Abwechslung macht das Leben süß. Das gilt auch für die Familienandacht. Auch wenn der äußere Rahmen einer Familientradition erhalten bleiben soll, lohnt es sich, den Inhalt öfters neu zu füllen.
Führen Sie die Kinder in die aktuelle Apostelgeschichte ein. Auch heute geht die Geschichte über die Verbreitung des Evangeliums weiter. Lassen Sie ihre Kinder am dynamischen Leben und Wachstum der heutigen Christenheit und am Geschehen in den Missionsländern Teil haben. Knüpfen Sie als Familie Kontakt zu einzelnen Missionaren, lesen Sie miteinander ihre Rundbriefe und beten Sie für ihre Anliegen.
4. Zum Mitmachen anregen
Kinder sollen nicht nur Zuhörende sein. Je mehr sie selber mitmachen und beisteuern können, desto freudiger werden sie mit dabei sein.
Kinder lieben Überraschungen und lernen am liebsten auf spielerische Art und Weise.
Als unsere Kinder klein waren, be-nutzten wir oft Rollenspiele zur Auflockerung. X-mal spielten wir den barmherzigen Samariter. Die Rollenverteilung war immer gleich: Der älteste Bruder mimte den heldenhaften Retter, der Kleine das hilflose Opfer, ich das begeisterte Publi-kum und mein Mann den gutmütigen Esel, der die Kinder geduldig durch die Wohnung trug.
Mit etwas Phantasie, Liebe und Ausdauer kann man Kindern Gottes Wort lieb machen.
Was hindert uns eigentlich daran, damit zu beginnen?
