Erziehung kann gelingen

Ein Vortrag der Rektorin der Georg-Hager-Schule in Mundelsheim, gehört und wiedergegeben durch Sibylle Osswald

Unter diesem Mut machenden Titel stand der interessante und gut besuchte Vortrag unserer Rektorin Frau Hetzinger am 15. Februar. Beim Thema Kindererziehung handelt es sich um ein sehr komplexes Gebiet. Der Referentin ging es an diesem Abend einerseits um Rückenstärkung, wo Eltern und Erzieher bereits auf dem richtigen Weg sind, andererseits Anregungen zu geben, wie die Sozialkompetenz der Kinder gefördert werden kann.
"Familien machen die wichtigste Arbeit im Universum: Sie ermöglichen es, dass Kinder heranwachsen."
Allerdings kann Erziehen nie perfekt sein; beinhaltet immer auch die Möglichkeit des Scheiterns. Alles pädagogische Denken und Handeln ist polar, bewegt sich zwischen den zwei Polen Erziehung und Beziehung. Dazu gehören: 1.) Die Antreiber: Ermutigen das Kind, sich mit der Welt auseinanderzusetzen, vorwärts zu kommen, etwas zu schaffen. Sie geben Strukturen, Richtlinien und Sicherheit. 2.) Die Erlauber: Du darfst! – auch Fehler machen!

Jedes Kind hat das Bedürfnis nach Zuwendung (auch sinnliche), Körperkontakt und Anerkennung. Das alles sind elementare Erfahrungen für die positive Entwicklung des Kindes. Andererseits schwächen negative Zuwendungen das Kind. Als oberste Maxime gilt deshalb: Die Würde des Kindes ist unantastbar. Wenn wir uns daran halten, kann Erziehung gelingen.
Erziehung kostet den Erzieher viel Kraft, ist oft genug Schwerarbeit. Kinder brauchen einerseits Liebe, Zuwendung und Geborgenheit, was aber nicht heißt, dass man jedes Verhalten des Kindes einfach laufen lassen darf (muss). Kinder wollen wissen, wer sie sind, und wen sie vor sich haben. Das wird von ihnen ausgetestet und führt zu Konflikten, deren Aushandlung Eltern oft fürchten.
Kumpelmentalität ist hier völlig fehl am Platz, sich auf Diskussionen mit dem Kind einlassen, sollte vermieden werden. Man ist Eltern (Erzieher) und darf Freund sein.
 
Erziehungsarbeit in Elternhaus, Kindergarten und Schule sind untrennbar miteinander verwoben und dem gesamtgesellschaftlichen Wandel unterworfen. Unsere Werte und Normen müssen vermittelt werden, im Wissen, dass jede Regel auch Ausnahmen haben kann. Allerdings soll unsere Erziehung von Klarheit, Echtheit und Strukturen geprägt sein, vor allem aber auch durch Zuneigung und Wertschätzung. Aus Kindern, die nicht geliebt werden, werden Erwachsene, die nicht lieben können. Kinder brauchen ein gesundes Selbstwertgefühl, um Mitgefühl für andere entwickeln zu können, und mit der eigenen Aggression in sozialverträglicher Form umzugehen. Die Schlüsselqualifikation für den jungen Menschen von heute ist seine Sozialkompetenz. Dort, wo sie erreicht wird, kann er sein Leben selbstverantwortlich führen und braucht keine Erzieher mehr. Das muss auch unser Ziel sein, wenn unsere Erziehung gelingen soll.

Der Vortrag ist als Aufzeichnung auf Kassette im Pfarramt erhältlich.

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