50 Jahre an der Orgel
Mit unserer Organistin Frau Margret Möhrer sprach Sibylle Osswald.1. Warum wurdest Du Organistin?
Im Frühjahr 1958 bekam ich einen Anruf von Frau Bollacher, der Frau des Ortspfarrers. Sie bat mich, in die Stadtkirche in Ludwigsburg zu gehen, dort würde ich von Kantor Läpple Orgelunterricht bekommen, da es in Mundelsheim Nachwuchssorgen gäbe. Gehorsam ging ich hin und hatte dann einige Jahre Orgelunterricht bei Kantor Läpple.
2. Was spielst du am liebsten und auf welcher Orgel?
Sehr gerne spiele ich die alten Meister: Von Samuel Scheidt über Johann Pachelbel bis zu Johann-Sebastian Bach.
Auf der 2-manualigen Weinmar-Orgel in der Nikolauskirche habe ich das Orgelspielen angefangen, deshalb spiele ich auf ihr sehr gerne Stücke mit Pedal.
Aber auch die restaurierte Gruol-Orgel von 1806 in der Kilianskirche hat sehr schöne Register und ein wenig bin ich in sie verliebt, weil sie so „klein aber fein“ ist.
3. Hat dir die Orgel auch schon mal einen Strich durch die Rechnung gemacht?
Einmal kam ich bei einer Hochzeit in Bedrängnis. Pfarrer Bollacher war erkrankt und so übernahm ein Nachbarpfarrer die Trauung. Am Schluss des Gottesdienstes wartete ich, dass der Pfarrer den Segen sprach, damit ich das 3-fache Schlussamen spielen konnte. Doch es kam kein Segen, der Pfarrer verschwand in der Sakristei. Nach kurzem Zögern spielte ich das Nachspiel und die Hochzeitsgesellschaft verließ die Kirche.
4. Ist dir das Vorbereiten für die Gottesdienste Lust oder Last?
Die Gottesdienste sind ja auf das Kirchenjahr abgestimmt und so macht es mir viel Freude, passende Vor- und Nachspiele auszusuchen und einzuüben.
Die Melodien und Texte der Choräle und auch die der neueren Lieder bereichern und begleiten mich auch in meinem Glauben und deshalb bin ich dankbar, dass ich nun schon so lange auf der Königin der Instrumente zu Gottes Lob und den Gottesdienstbesuchern (hoffentlich) zur Freude spielen darf.
