450 Jahre Landeskirche

von Alfred Möhrer


„Die evangelisch-lutherische Kirche in Württemberg, getreu dem Erbe der Väter, steht auf dem in der Heiligen Schrift gegebenen, in den Bekenntnissen der Reformation bezeugten Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn. Dieses Evangelium ist für die Arbeit und Gemeinschaft der Kirche unantastbare Grundlage.“

So beginnt § 1 der heutigen Verfassung unserer Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Im Jahr 1559 entstand die Große Kirchenordung und war damit die Geburtsstunde der württembergischen Landeskirche. Sie wurde vom Reformator Johannes Brenz gesammelt und verfasst und vom Herzog Christoph erlassen.
Vorausgegangen war die Einführung der Reformation im Jahre 1534. Dieses für das Land prägende Ereignis hängt mit der Rückkehr von  Herzog Ulrich zusammen. Im Mai 1534 kehrte Herzog Ulrich nach der Schlacht bei Lauffen am Neckar mit Hilfe des  hessischen Landgrafen Philipp, einem führenden Kopf der Reformation im deutschen Süden, wieder nach Württemberg zurück.
Johannes Brenz hatte enge Kontakte zu Herzog Ulrich und wirkte als Berater bei der Einführung der Reformation mit. Als „Luthers Mann in Süddeutschland“ spielte er in der Vertretung des Protestantismus und der inneren Ausei-nandersetzung eine wichtige Rolle. Durch ihn wurde die württembergische Kirche in Fragen des Bekenntnisses und der Lehre ganz im lutherischen Lager beheimatet.
Brenz nahm auch 1530 am Reichstag zu Augsburg teil und verfasste zusam-men mit Philipp Melanchthon das Augsburger Bekenntnis.
Martin Luther spricht ihm seine Anerkennung aus: „Der Geist von Brenz sei viel lieblicher, sanfter, ruhiger, sein Ausdruck gewandter und anziehender. An Brenzens Schriften schätze er besonders hoch, dass er das Hauptstück, die Gerechtigkeit aus dem Glauben, getreu und rein vortrage.“
Am 11. September 1570 entschlief er im einundsiebzigsten Lebensjahr und  wurde in der Stuttgarter Stiftskirche in der Nähe der Kanzel beigesetzt.
 


Internetportal der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Kalenderblatt


Service


Landeskirche