WIE AUF DEM MICHELSBERG…
die Sonne den Nebel besiegte.
Bericht von der Gemeindefreizeit von T. Eißler
750 Meter hoch ist der Michelsberg bei Geislingen an seinem höchsten Punkt. Kein Wunder, dass auf diesem dem Albtrauf vorgelagerten Bergkegel echtes „Alb-Wetter“ zu erleben ist. In der Frühe des letzten Aprilsamstages: Nebel, Nieselregen, einzelne Schneeflocken, Schafskälte. Die Teilnehmer der ersten Gemeindefreizeit der Kirchengemeinde Mundelsheim mussten die Jacken schließen, als sie von ihren Quartieren zum Speisesaal marschierten. Die Freizeitstätte der Aidlinger Schwestern besteht aus mehreren Häusern, die auf einem großzügigen Gelände verteilt stehen. Dennoch hatte keiner der Mundelsheimer Gäste Probleme, den Raum zu finden, wo das Früh-stück wartete. Vierzig Erwachsene und etwa zwanzig Kinder und Jugendliche stimmten zuerst einmal eine musikalische Gratulation für ein Geburtstagskind an. Dann ließen sie sich von Schwester Gudrun und ihrem Serviceteam mit Brötchen bedienen.
Später trafen sich im schicken Saal des Waldhauses alle Erwachsenen zu einer Bibelarbeit. Für die Schul- und Kindergartenkinder lief parallel ein spezielles Programm. Mit „Torgeschichten“, passend zum Fußballjahr 2006. Bei den Erwachsenen führte eine duftende Hyazinthe zum Thema hin: „Lebendige Hoffnung!“ In zwei Gesprächsgruppen wurde der hoffnungsstärkende Auftakt des ersten Petrusbriefs besprochen. Pfarrer Eißler unterstrich, dass in einer Gemeinde immer wieder dasselbe wie am Ostermorgen passieren muss: Der lebendige Herr tritt in die Mitte und weckt die Glaubenshoffnung auf.
Auch am Sonntagmorgen stand das gemeinsame Wahrnehmen der Lebensimpulse der Bibel auf dem Programm. Das Bild von der zerstörten Frauenkirche in Dresden und des wiederaufgebauten Kunstwerks machte deutlich, was Petrus im zweiten Kapitel schreibt: Menschen sollen nicht vereinzelt herumliegen wie Trümmersteine, sondern sich einbauen lassen in das Kunstwerk „Gemeinde Jesu“. Auf dem gemeinsamen Fundament „Jesus Christus“ kann man zusammenfinden zu
dem erstaunlichen „Haus der lebendigen Steine“.
Das bedenklich trübe Samstagswetter schien Änderungen im Freizeitplan zu erzwingen. Doch vor der Mittagszeit, als die Zuschauer des Kinofilms „Josef“ ins Freie traten, hatte sich die Sonne gegen die Waschküchenwolken durchgesetzt. Jetzt erst kam die parkartige Anlage voll zur Geltung. Nach dem Kaffeetrinken brach eine wanderlustige Truppe unter Leitung von Hans Harsch zur Erkundung des Michelsbergs auf. Es wurde ein zweieinhalbstündiger Spaziergang daraus. Mit Höhepunkten wie dem „Hausener Felsen“, wo sich wunderbare Ausblicke ergaben. Besonders Mutige meinten, dem Rest der Gruppe etwas Angst einjagen zu müssen, indem sie die Kalkfelsnadel erkletterten. Eine wirklich angenehme Wanderung genoss die kleine Hannah, die von ihren Eltern die ganze Strecke getragen wurde. Persönliche Anmerkung des Pfarrers: eine so weite Strecke bin ich schon lange nicht mehr marschiert.
Die Kinder erlebten am Nachmittag eine abenteuerliche Schatzsuche, konnten basteln und natürlich wieder dem Tischkicker, Tischtennis oder Indiaca spielen. Sportlicher Höhepunkt: das Fußballmatch am Sonntagnachmittag auf der großen Kicker-Wiese.
Locker und gesellig ging es an den Abenden zu. Zu einer Weltreise startete die Freizeitgruppe am Freitagabend mit der Reiseführerin Martina Kübler. Jungscharkinder und Senioren stellten sich gemeinsam den internationalen Spielaufgaben. Am Samstagabend kamen Musikfreunde auf ihre Kosten, etwa bei Mozarts „Kleiner Nachtmusik“, von vier Händen auf dem Flügel vorgetragen, oder bei dem kniffligen Liederraten, als der Klavierspieler Eißler 16 Melodien zu einem seltsamen Potpourri zusammenrührte.
Bereichert durch ein wohltuendes Gemeinschaftserlebnis kehrten die sechzig Michelsberg-Besucher ins sonnige Unterland zurück.
