Die Jahreslosung für das Jahr 2011
Gedanken von Joachim HillegardtJahreslosung 2011:
Lass dich nicht vom Bösen überwinden,
sondern überwinde das Böse mit Gutem.
(Römer 12,21)
Neulich hatte ich eine lebhafte Diskussion: Brauche ich als Christ eine Rechtsschutzversicherung? Wie viel Unrecht lasse ich mir als Christ gefallen? Wo setze ich Grenzen? Eigentlich sollte ich doch auch die linke Backe hinhalten, wenn mich jemand auf die rechte schlägt? Paulus gibt uns für das neue Jahr eine provozierende Aufforderung mit auf den Weg. Provozierend in einer Zeit in der Terrorismus an seiner angeblichen Wurzel am Hindukusch bekämpft wird. In der Wiedergutmachung für Missbrauchsopfer nur in Geld messbar sein soll. Und mir gesagt wird, dass ich schön blöd bin, bei der Auseinandersetzung mit meinem Nachbarn nachzugeben. Paulus zitiert König Salomo: „Wenn deinen Feind hungert so speise ihn, wenn ihn dürstet so tränke ihn. Wenn du das tust so wirst du glühende Kohlen auf sein Haupt sammeln.“ (Spr. 25,21+22).
Wir können den Teufelskreis der Gewalt und des Bösen durchbrechen. Paulus gibt uns in diesem Abschnitt des Römerbriefes eine revolutionäre Anleitung wie wir das tun können:
Eure brüderliche Liebe untereinander sei herzlich! - Kommt einander in Ehrerbietung zuvor!
Seid nicht träge in dem was ihr tun sollt! Seid fröhlich in der Hoffnung und geduldig in
der Trübsal!
Haltet an im Gebet! - Nehmt euch der Nöte der Hauptamtlichen und Mitarbeiter an!
Seid gastfreundlich! - Segnet die, die euch verfolgen!
Trachtet nicht nach den hohen Dingen sondern haltet euch herunter nach den Geringen!
Ist es möglich – so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden! Rächt euch nicht selbst, sondern gebt dem Zorn Gottes Raum der sagt: „Die Rache ist mein – ich will vergelten spricht der Herr.“!
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!
Brauche ich nun also eine Rechtsschutz-versicherung? Gott hat uns einen wachen Verstand gegeben und will dass wir diesen einsetzen. „Siehe ich sende euch wie die Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. (Matth. 10,16). Wir sollen Gott den Raum geben der ihm zusteht. Paulus beruft sich auf sein Recht als römischer Staatsbürger als in Philippi die Stadtoberhäupter die Miss-handlungen, die sie an ihm begangen haben, unter den Tisch kehren wollen. Er lässt sie aber beschämt zurück als er auf Rache verzichtet. (Apg. 16,36).
Was können wir nun tun? Wir sollen erkennen: Gott hat den ersten Schritt für uns bereits getan. Durch seinen Sohn Jesus Christus der am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, ist das Böse bereits überwunden. Das Böse liegt bereits in den letzten Zügen, es hat verloren. Durch den heiligen Geist, der in uns wirkt, haben wir erst die Möglichkeit Böses durch Gutes zu überwinden.
Ein kleiner Lesetipp hierzu. Mir tat es gut, die Augen geöffnet zu bekommen durch die Sichtweisen und Erfah-rungsberichte von 37 Auto-rinnen/-en im Lesebuch zur Jahreslosung 2011. Es sind persönliche Geschichten, Wortauslegungen und Botschaften von Autoren wie Ulrich Schnitter, Frank Otfried July, Steffen Kern, Margot Kässmann. Theo Schneider, Erwin Teufel – Berichte die Mut machen.
(Lass dich nicht vom Bösen überwinden…., Hrsg. Christoph Morgner, Brunnen Verlag Gießen, ISBN 978-3-7655-4103-2)
