Gemeindebrief

von Dezember 2010 bis Februar 2011
 
Kehrt um!
Denn das Himmelreich ist nahe.

 
Monatsspruch für den Monat Dezember aus Matthäus 3,2

Liebe GemeindebriefleserInnen,

die Weihnachtszeit ist eine göttliche Zeit, wenn man es genau betrachtet. Kerzen, Zweige, besondere Düfte, geschmückte Straßen, Weihnachtsmärkte, Lieder und Texte sprechen alle unsere Sinne an.
Bald ist Weihnachten da, geweihte, heilige Nacht, Nacht aller Nächte, in der DU Gott dich mit uns verbunden hast. „Es war einmal…“ - so fangen unsere deutschen Märchen an.
„Es begab sich…“ - so fängt der Geschichtsbericht über die Geburt des Heilandes Jesus Christus an. Der ‚Heliand‘, wie unsere germanischen Vorfahren sagten. Ein schönes Wort. Gott wird geschichtlich und geschieht in diesem Heiland. Der Schöpfer aller Wesen wird selber Geschöpf und kommt heilend in unsere Mitte. Aber mehr noch, tiefer noch: Gott wird verächtlich: geboren von einer schlichten Frau aus der tiefsten Provinz, liegend in einer Futterkrippe als Notquartier. Die ersten Geburtstagsgäste sind total Unterprivilegierte. Die Bibel deutet es so: ‚ER nahm die Gestalt eines Sklaven an.‘
Und schließlich: Gott wird zutraulich: hier setzt die eigentliche Weihnachtsbotschaft an:
Gott ein Gott zum Anfassen. Einer, der sich später in die Hände von irrenden Menschen ausliefern lässt, vor dem man am Schluss das Gesicht verbirgt wie vor einem Verfluchten: „verflucht ist, wer am Holz hängt“. ‚Karriere nach unten‘ nennen wir das; in die Tiefe, das ist Gottes Lieblingsrichtung. Darin unterscheidet ER sich grundsätzlich von uns.
- Warum tust DU das, Gott? Ich tue das, damit alle, die auch gedemütigt, zerschlagen und niedergebeugt sind, sich nicht zu scheuen brauchen, zu MIR zu kommen.
Ein Dichter hat formuliert: Gott hat in Christus die ‚Uniform des menschlichen Elends‘ angezogen, damit auch die Elenden und Armen Mut zu Gott fassen können.
Am Kreuz verdichtet sich die Selbstdemütigung Gottes,
indem ER in seinem Sohn leidet und sein Leben für uns
gibt. „Der Herr warf unser aller Schuld auf IHN“, lautet die rettende frohmachende Botschaft. „Wenn meine Rechnung mir präsentiert wird, ich kann sie nicht bezahlen.“ Deshalb darf ich Mut fassen und mich bei IHM aussprechen. Ich kann mich seiner starken Hand anvertrauen ohne dass ich Missbrauch zu befürchten habe. Wer hat schon je angeboten: ‚Komm schieb her deinen Müll,ich nehm in Dir ab‘.
Jetzt wissen wir es wieder, warum wir das schöne Lied ‚Stille Nacht, heilige Nacht‘ singen. Wer Ohren hat zu hören hört, versteht und nimmt es gerne für sich in Anspruch: ‚Christ der Retter ist da.‘
 
Ihnen und Ihren Familien und Angehörigen ein frohmachendes tiefgehendes Weihnachtsfest und ein erfülltes gesegnetes Neues Jahr.  
 
Ihr Pfarrer H.-J. Dinkel mit Frau

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